Am Futterplatz saßt du
und schienst zu schlafen.
Doch kaum, daß unsere Augen sich trafen,
warst du in den Sträuchern
schnell verschwunden.
Dein Fell war struppig;
Deine Seele geschunden.
Größer als der Hunger
war deine Angst.
Doch bald vergaßt du beim Fressen
meine Anwesenheit ganz.
Später durft´ ich dich streicheln
dabei entdeckte ich gar,
daß dein Schwanz gebrochen war.
Eine alte Verletzung;
nicht zu beheben.
Doch damit kann eine Katze leben.
Schnell gingst du in die Falle;
wurdest zum Tierarzt gebracht.
Der hat dich untersucht
und unfruchtbar gemacht.
Immer wieder gingst du
in die Falle hinein.
Denn da stand gutes Futter,
es sollte für deine Leidensgenossen sein.
Seelenruhig fraßt du die Schale leer.
So machtest du mir das Fangen
der anderen schwer.
Täglich saßt du auf dem Futterhaus
und hieltest Ausschau nach mir aus.
Mußtest dich zuerst vergewissern
und nahmst vom Futter nur einen Bissen.
Riebst dich dann schnurrend
an meinen Beinen.
Du warst die Dankbarste
von den Kleinen.
Nun suche ich dich
schon seit einigen Tagen.
Der Gedanke an Tierfänger
zwickt in meinem Magen.
Oder sitzt du wie damals
im strömenden Regen
auf einem dünnen Zweig -
unfähig dich zu bewegen?
Täglich laufe ich durch den Park
und rufe nach dir.
Zeig´ dich doch endlich wieder mir!
WO BIST DU, MÖHRCHEN?
Bist du verletzt?
Hat ein Hund dich
auf einen Baum gehetzt?
Deine leise Stimme;
Ich lausche nach ihr.
Doch sie dringt nicht
in die Ohren mir.