Nachdem unsere süße Inka uns am 19.08.02 für immer verließ fühlten wir uns selber wie tot. Wir hätten schreien können, waren ohnmächtig gegenüber der Situation, sie fehlte uns immer und überall. Kein Tag ohne Tränen, keine Nacht ohne weinend und nach ihr rufend durch die Wohnung zu laufen. Keine Stunde ohne an sie zu denken. Und der Schwur: Nie mehr eine Katze. Unser Herz stand still und wir bauten eine Mauer um uns, in der keine Tür für ein neues Fellnäschen eingeplant war.
Dann fuhren wir 14 Tage nach Inkas Tod in den Urlaub nach Schottland. Am dritten oder vierten Tag befuhren wir eine traumhaft schöne Straße und wie es in Schottland oft üblich ist wechselte das Wetter minütlich. So folgte auf einen Regenguß strahlender Sonnenschein und mit ihm ein wunderschöner Regenbogen. Mir liefen im gleichen Moment die Tränen runter, sah ich diesen Regenbogen doch als Gruß von Inka. Ich dachte sofort an das Gedicht der Regenbogenbrücke und wußte nun ist unsere Süße angekommen und es geht ihr gut.
Als wir drei Wochen später nach Hause kamen traf uns die leere Wohnung erneut wie ein Schlag in den Magen. Täglich fehlte uns die morgendliche und nachmittägliche Begrüßung, die vielen kleinen und großen Anwesenheitsmerkmale eines Fellnäschens. Wir vermißten den Platzanspruch von Inka in unserem Bett, ihr Schnurren, einfach alles. Die Wohnung war kalt und leer, wie wir.
Und dann kam in kleinen Schritten die Wandlung, wir sprachen immer öfter über eine neue Katze. Die ersten zaghaften Aktivitäten nahmen ihren Lauf, so nach dem Motto: Wir schauen nur mal! So langsam brach die Mauer ein. Schnell war uns auch klar, jetzt müssen es zwei sein, damit das arme Kätzchen nicht so alleine ist. Und dann haben wir sie gefunden oder besser sie uns: Dino und Dragi. Zwei wunderhübsche Maine Coon-Kater, Brüder, 2 Jahre alt. Wir waren sofort begeistert von dem Charme der beiden Racker. Am 18.10.02 zogen sie dann bei uns ein und haben unser Herz im Sturm erobert.
Es ist so wunderschön wieder Leben um sich zu haben, Beide zeigen uns, daß sie uns uneingeschränkt vertrauen, haben teilweise die gleichen netten Angewohnheiten wie Inka, aber auch viele andere, für uns ganz neue Eigenarten. Sie bringen uns täglich zum Lachen. Die Sonne ist wieder bei uns eingekehrt und Inka sitzt auf den Spitzen der Sonnenstrahlen und freut sich mit uns. Sie wird immer in unserem Herzen bleiben aber wir schauen wieder nach vorne und können uns wieder freuen weil wir den Mut hatten unser Herz erneut zu öffnen.
Marion & Wolfgang