Die Geschichte
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![]() ein "Vermittlungsfoto" von Lilly |
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Diese Geschichte steht unter der Rubrik "Schöne Geschichten" obwohl auch
diese Geschichte sehr traurig anfängt... Sie begann nämlich damit, daß mein geliebter Kater Felix plötzlich und unerwartet seinen Weg über die Regenbogenbrücke gegangen ist. Ich blieb zurück und war unendlich traurig und einsam. Viele von euch werden das Gefühl leider auch kennen - ich fand die Wohnung so unendlich still und leer... Ich konnte auch nicht seine Sachen wegräumen - den Kratzbaum, die Körbchen, Spielsachen, Decken - das Katzenklo (allein schon es sauber zumachen, nicht wieder mit Streu zu füllen - es tat einfach nur weh). Dann die ersten Fragen: Willst du dir noch mal eine Katze anschaffen? Holst du dir wieder ein Tierchen? - Die ersten Gedanken - Verrat! Ersatz für meinen Felix??!!! Dann aber Gespräche, Überlegungen, Ratschläge - Die Erkenntnis: ohne eine Katze im Haus will und kann ich nicht bleiben..... Aber dann wollte ich auch nicht nur mir etwas Gutes tun, sondern auch einem Miezchen etwas Gutes tun. So ging ich ins Tierheim. Hundegebell und ein grosses Katzenhaus empfingen mich dort. Etwas hilflos tappte ich also erst mal zum Büro (erst mal fragen, evtl. gucken, wieder heimfahren - sich alles noch einmal durch den Kopf gehen lassen....). Denkste..... Ich fragte dann also ob sie auch Katzen da hätten, die keine Freigänger seien. (Kann bei mir leider keine Katze rauslassen und eine Katze, die Freilauf gewöhnt ist, in der Wohnung einzusperren - nein, das ist mir zu grausam). "Eine Katze hätten sie z. Zt. da" und schon befanden wir uns auf dem Weg in Richtung der Katzenboxen. "4 Jahre sei sie alt" und "eigentlich 'ne ganz Süße, aber ein bisschen scheu und ängstlich" und (mittlerweile waren wir schon fast vor der Box). Abgabetier - Besitzer gestorben, Verwandte hätten sie ins Tierheim gebracht". Wir standen vor der Box (daneben leere Boxen). Aus dem hintersten Eckchen guckten mir große gelbe Augen ziemlich ängstlich entgegen, ansonsten sah es so aus als würde dort ein kleiner schwarz-weißer Fellhaufen liegen, so hatte sie sich in die Ecke verkrochen. Nun betraten wir die Box. Die Mitarbeiterin des Tierheims griff sich das erst mal fauchende Fellkügelchen. Schwups - setzte sie die Katze mir schon auf den Arm und gleich fing sie an zu schmusen und schnurrte, schnurrte, schnurrte...... "Aber", sagte in diesem Moment die Frau, "sie darf nur in der Wohnung bleiben und muß als Einzelkatze gehalten werden, weil sie ist leider FIV-positiv". Klar hat das gesessen: "Katzenaids" - ich wusste was das heißt, früher oder später würde es ausbrechen und auch zwangsläufig würde sie daran sterben... Ich schluckte, und eigentlich im gleichen Augenblick wurde mir bewusst, daß dieses schnurrende Wesen da auf meinem Arm mit ziemlich grosser Wahrscheinlichkeit Wochen und Monate in dieser Einzelhaft verbringen würde, es sei denn..... Und da überkam es mich: Sie war so allein - ich war so allein, wenn das nicht passte?! Wer kann denn schon mit Sicherheit sagen, wann diese Krankheit ausbricht? Und hat sie es nicht gerade deswegen verdient, die Zeit die ihr bleibt in einem liebevollen Zuhause zu verbringen? Ich hatte doch genau das zu bieten, oder nicht? Und so nahm ich sie dann auch gleich mit zu mir nach Hause..... Dort sauste sie unter mein Bett und.... da blieb sie dann auch (ab und an mal den Kopf rausstrecken und sich streicheln lassen, nachts fressen und auf's Katzenklo schleichen) - das ging ungefähr eine Woche so... Und ich ließ ihr die Zeit die sie brauchte (und sie mir so eigentlich auch die Zeit die ich brauchte, um mich an sie zu gewöhnen). So ganz allmählich die ersten Erkundungstouren - immer von einem hastigen Rückzug unter das sichere Bett begleitet... Die ersten Nächte in denen sie sich klammheimlich in mein Bett legte und an mich kuschelte... Es brauchte unendlich viel Geduld und langsam wurde sie mutiger... Jetzt sind 3 ½ Monate vergangen, Lilly fühlt sich pudelwohl (und auch mir geht es viel besser, seit sie da ist) - sie liebt es auf dem Balkon in der Sonne zu liegen, stundenlang zu schmusen und jeden Besuch in ihrer (!) Wohnung erst einmal genau zu inspizieren (d.h. abschnüffeln, vollhaaren, Leck- und Liegetest)! Von dem ängstlichen, schüchternen Kätzchen ist nichts mehr zu merken... Gesundheitlich geht's ihr blendend und ich hoffe, es bleibt noch sehr lange so........ Übrigens: Felix vermisse ich auch heute noch, aber es tut nicht mehr so weh, wenn ich an ihn denke. Heute kommen mir nicht gleich die Tränen, wenn ich an ihn denke - häufig muß ich sogar schmunzeln, wenn mir die Dummheiten einfallen, die er immer angestellt hat... und ich bin dankbar für die Zeit, die ich mit ihm verleben durfte und glücklich, daß ich sein "Dosenöffner" sein durfte...... Vielleicht konnte ich durch diese Geschichte ein bißchen Mut und Hoffnung machen, und vielleicht auch jemanden dazu animieren, sich nicht immer die kleinen, süßen Katzenbaby's auszusuchen, sondern auch einem ausgewachsenen, kranken oder alten Tier eine Chance zu geben - gerade diese können so viel Liebe und Freude schenken..... ....und vielleicht fühlt sich gerade jetzt auch irgendwo eines so einsam und alleine wie du. © Uta Meyer |