An meinen Kuschelkater,
als Du Dich vor ein paar Wochen so verändert hast, dachten wir erst, das
hätte was mit den neuen Nachbarskatzen zu tun. Auf einmal wolltest Du Deinen
geliebten Balkon gar nicht mehr verlassen und bist sogar immer runter in den
Garten gehüpft um Dich dort unter einem Busch zu verstecken. Ich hab mich
sehr über Dich gewundert, ohne zu ahnen, dass dies die ersten Anzeichen
Deiner Krankheit waren. Zum Tierarzt bin ich erst gefahren, als mir auffiel,
dass Du immer dünner wurdest und gar nicht mehr viel gefressen hast.
Vielleicht hätte ich Dich noch ein paar Jahre behalten können, wenn ich
geahnt hätte, dass Du Nierenkrank bist. Aber Du wusstest, dass Deine Zeit
vorbei war, das ist mir klar geworden. Zwei lange Wochen haben wir versucht
dich mit Infussionen und Aufbauspritzen wieder zum Fressen zu bewegen. Aber
Du wolltest nicht mehr. Es ging Dir einfach viel zu schlecht und ich habe
jeden Tag in Dein Fell geweint, weil ich wusste, ich kann nicht mehr viel
für Dich tun. Eigentlich wollte ich am Montag mit Dir zum Tierarzt fahren,
um Dich erlösen zu lassen. Am Sonntag hast Du mir aber diese schwere
Entscheidung abgenommen. Ich war nur eine Stunde nicht zu Hause und Du bist
vom Balkon abgestürzt, so schwach wie Du bereits warst. Da gab es kein
Zögern mehr für mich. Wir fuhren in die Tierklinik und ich war die ganze
Zeit bei Dir. Dieses Bild werde ich nie vergessen, es ging so schnell.
Was würde ich dafür geben, Dich noch einmal im Arm zu halten.
In meinem Herz wirst Du immer Deinen Platz haben und ich weiss, wir werden
uns wiedersehen, hinter der Regenbogenbrücke!
In Liebe Dein Fraule
Christine
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