Wie ein Wirbelwind kam er ins Haus.
Seitdem sah die Welt hier ganz anders aus!
Ein kleiner Kerl, gerade mal ein halbes Jahr.
Der bereits mißhandelt und ausgesetzt war.
Leute brachten uns den kleinen Held,
sie hatten gesehen die Mißhandlung im Feld.
Die Nachbarn alle bezeugten sein Leid.
Er wurde geprügelt seit geraumer Zeit.
Sie hörten ihn weinen und wußten von der Qual
die er ertrug, wenn SIE abends von der Arbeit kam.
Der Richter aber sah keinen Grund
die Frau zu bestrafen „nur wegen ‘nem Hund.“
Obwohl er fand bei uns sein Glück
sollte er zu seiner Peinigerin zurück.
Tierschützer sehen dies nicht ein.
Zu diesem Urteil sagten wir: „NEIN!“
Achtzehnhundert Mark war daraufhin ihr Handel.
Woher kam denn dieser Sinneswandel?
Auch darauf ließen wir uns nicht ein.
Ein Lebewesen kann niemals eine Sache sein!
Weil sie nun kein Geld kann haben
wird sie auf Herausgabe klagen.
Wir sind auch bei diesem Prozeß dabei!
Vielleicht gibt ja der nächste Richter Candy frei?
Derweil ist fast ein Jahr vergangen.
Candy hat von uns viel Liebe empfangen.
Die Angst vor Zuneigung ist schnell Vergangenheit gewesen;
Nicht aber vor Stock, Schrubber, Schirm und Besen.
Auch mit Kleiderbügel und Taschenlampe
schlug sie, ich wette.
Denn er verkroch sich bei ihrem Anblick
zitternd in einer Ecke.
Zwar besserte sich mit der Zeit diese Angst,
doch das Mißtrauen blieb;
das verlor er nicht ganz.
Zu allen Menschen
war er stets freundlich und offen.
Diese Gewißheit machte uns
manchmal sehr betroffen.
Sein quirliges Gemüt und Temp´rament
liebte bald jeder, der Candy kennt.
Der Tag der Entscheidung nahte bald.
„Verhandeln wir über ein Lebewesen
oder einen Schrank?“
schrie der Richter an die geldgierige Frau.
„Vieles ist schief gelaufen, das wissen Sie genau".
Kein Zeuge hat der Richter damals gewollt.
Wenn Sie weiterhin feilschen
wird der Fall neu aufgerollt!“
Zu lange schon war es für uns nicht ganz klar:
Muß Candy nun fort?
Oder bleibt er für immer da!
Ein „Vergleich“ war die Lösung aus dieser Misere.
Wir zahlten 275 Mark
und ich schwöre:
Ein gerechtes Urteil
war dieses nicht,
denn Tierquäler bezahlt man nicht!
Candy starb ´98
am siebten März.
Ein Karzinom hatte den Magenausgang zugesetzt.
Er hat fast 15 Jahre mit uns zugebracht.
Dann kam die Krankheit wie über Nacht.
Dieser Tag war für uns ganz besonders schwer.